Aktuelles

ZFA: Mit neuer Ausbildungsverordnung moderne Basis für Perspektiven im Beruf gelegt

BZÄK und Verband medizinischer Fachberufe e.V. zur modernisierten Berufsausbildung Zahnmedizinischer Fachangestellter

 

Berlin, 01. April 2022 – 21 Jahre nach der letzten Novellierung tritt am 1. August 2022 eine neue Verordnung über die Berufsausbildung zur bzw. zum Zahnmedizinischen Fachangestellten in Kraft. Im Konsensverfahren haben die Sozialpartner – der Verband medizinischer Fachberufe e.V., ver.di und die Bundeszahnärztekammer – gemeinsam mit den zuständigen Institutionen und Bundesministerien in den vergangenen beiden Jahren intensiv daran gearbeitet, die Ausbildungsverordnung zu modernisieren. Die neue Verordnung wurde nun am 25. März im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Schwerpunkte der Anpassungen sind zum einen neue Standardberufsbildpositionen, die für alle nach dem BBiG geregelten Ausbildungsberufe gelten. Dazu gehören Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie digitalisierte Arbeitswelt. „Zusätzlich war es notwendig, die Kommunikation und Kooperation im Berufsbild ZFA auszubauen“, erläutert Karin Becker-Oevermann, Vizepräsidentin im Verband medizinischer Fachberufe e.V. „Kommunikation ist entscheidend für die individuelle Betreuung der Patientinnen und Patienten. ZFA müssen auf Erwartungen und Wünsche der Patienten und Patientinnen eingehen und dabei soziale, psychische und somatische Kontextfaktoren berücksichtigen. Diese Kompetenzen müssen besonders beim Umgang mit Menschen mit Behinderung, besonderen Unterstützungsbedarfen, bei Risikopatienten, Kindern und bei ängstlichen Personen beherrscht werden.“

Inhalte, deren Niveau in der ZFA-Berufsausbildung deutlich erweitert wurden, betreffen neben der Assistenz bei verschiedenen zahnärztlichen Behandlungen das Durchführen von Hygienemaßnahmen, das Aufbereiten von Medizinprodukten, das Organisieren, Bewerten und Reflektieren betrieblicher – auch digitaler – Arbeitsprozesse. Aber auch im Bereich des Qualitätsmanagements und der Abrechnung zahnärztlicher Leistungen sowie im berufsbezogenen Umgang mit einer fremden Sprache – i. d. R. in Englisch – waren Anpassungen notwendig.

„Die Novellierung der Ausbildungsverordnung macht deutlich, wie anspruchsvoll dieser Beruf auch in Zukunft bleibt“, erklärt Sylvia Gabel, Referatsleiterin ZFA im Verband medizinischer Fachberufe e.V. und ergänzt: „Das ist wichtig. Denn auf dieser Grundlage bauen sich Abschlüsse auf, die auf Länderebene gesetzlich geregelt sind, so zum Beispiel als Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP), als Dentalhygienikerin (DH) bzw. als Fachwirtin für zahnärztliches Praxismanagement (FZP).“ Sylvia Gabel appelliert an ihre Kolleginnen und Kollegen, diese Aufstiegsfortbildungen zu absolvieren, um auch die Perspektiven in diesen Beruf zu nutzen.

„ZFA sind ein essenzieller Bestandteil jeder Zahnarztpraxis, ohne sie würden die Praxen gar nicht funktionieren“, so Henner Bunke, D.M.D./Univ. of Florida, BZÄK-Vorstandsreferent für ZFA und Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen. „Durch die Fortbildung zur ZMP oder DH können sie sich noch mehr in den Praxisabläufen einbringen, Zahnärztinnen und Zahnärzte entlasten und den Patientinnen und Patienten zu einer besseren Mundgesundheit verhelfen. Daher ist es wichtig, die Ausbildungsverordnung aktuell zu halten und an die derzeitigen Erfordernisse anzupassen. Das ist mit der jetzigen Novellierung sehr gut gelungen.“

BZÄK und Verband medizinischer Fachberufe e.V. rufen die niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte auf, die neue Ausbildung mit Leben zu füllen, verstärkt für eine Ausbildung in diesem Beruf zu werben und so für gut aus- und fortgebildeten ZFA attraktive Perspektiven aufzuzeigen.

 

Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf ZFA

Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur ZFA

Abschlussprüfung Sommer 2022

 

praktisch:                                                       13.06.2022 bis 25.06.2022

 

Zwischenprüfung                                        01.06.2022

Änderungen der Förderrichtlinien des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“

 

Am 17. März 2021 wurden von der Bundesregierung Änderungen in den beiden Förderrichtlinien des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen:

  • Die Förderung über Ausbildungsprämien zu den bisherigen Bedingungen wird bis zum 31. Mai 2021 verlängert.
  • Für Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, wird eine Verdopplung der Höhe der Ausbildungsprämien für das neue Ausbildungsjahr von 2.000 auf 4.000 Euro und der „Ausbildungsprämie plus“ von 3.000 auf 6.000 Euro greifen.
  • Ebenfalls zum 1. Juni 2021 erfolgt bei den Ausbildungsprämien eine Erweiterung der Unternehmensgröße: Förderberechtigt werden dann kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern (bislang bis zu 249 Mitarbeitern).
  • Als weitere Änderung wurde die Erweiterung des Zuschusses zur Verhinderung von Kurzarbeit während der Ausbildung um einen Zuschuss zur Ausbildervergütung in Höhe von 50 Prozent des Ausbildergehalts zuzüglich zur bereits bestehenden Förderung der Ausbildungsvergütung aufgenommen und bis zum Ende 2021 verlängert.
  • Zudem wurde ein einmaliger Sonderzuschuss für Kleinstbetriebe (bis vier Mitarbeiter) in Höhe von 1.000 Euro eingeführt, die trotz Betroffenheit vom zweiten Lockdown die Ausbildung aufrechterhalten haben.
  • Auch die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und die Prämienhöhe verdoppelt.

 

Bei der zweiten Richtlinie „zur Förderung pandemiebedingter Auftrags- und Verbundausbildungen“ des Bundesprogramms wurden ebenfalls Anpassungen vorgenommen:

  • Der Stammausbildungsbetrieb (bis 499 Mitarbeiter) oder der Interimsausbilder (ohne Größenbegrenzung) können gefördert werden. Dabei beträgt die Mindestdauer der Förderung vier Wochen und kann auf mehrere Zeiträume aufgeteilt werden.
  • Überdies wurde ein Zuschuss in Höhe von 50 %, bis zu 500 Euro der Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge für die Abschlussprüfung, eingeführt, welcher an den Stammausbildungsbetrieb ausgezahlt wird.

 

Weitere detaillierte Informationen finden Sie hier: BAMS Ausbildungsplätze sichern

Hilfsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Am 24.06.2020 hat das Bundeskabinett die Eckpunkte für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen.
Mit diesem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ sollen Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützt und dazu motiviert werden, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten und jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen.

 

Ausbildungsplätze sichern

 

Die Förderrichtlinie zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wurde am 11. Dezember angepasst.
Die neuesten Informationen finden Sie unter: Informationen BZÄK

Distanzunterricht durch die Berufsbildenden Schulen

 

Aus gegebenem Anlass möchten wir alle ausbildenden Zahnärztinnen und Zahnärzte nochmals darüber informieren, dass auch bei Distanzunterricht durch die Berufsschule uneingeschränkte Schulpflicht besteht. Der Distanzunterricht ist weder als Freizeit für die Auszubildenden zu verstehen, noch bedeutet dies den uneingeschränkten Einsatz der Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb.

Die von Seiten der Berufsschule erteilten Aufgaben/Projekte etc. sind innerhalb der Arbeitszeit zu leisten und orientieren sich an der Bearbeitungs- und Lernzeit der sonst üblichen Unterrichtszeit. Es ist somit entsprechend für diese Aufgaben und ggf. Teilnahmen am Online-Unterricht freizustellen, vergleichbar mit dem Präsenzunterricht.

Grundlage bilden § 15 Abs. 1 Ziffer 1 BBiG, § 40 Abs. 4 des SchulG LSA und § 84 Abs. 1 Ziffer 3 SchulG LSA.

Erhöhung der Ausbildungsvergütung ab 01.08.2021

 

Die Delegierten der Kammerversammlung der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt stimmten in ihrer Sitzung am 28.11.2020 fast einstimmig einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung zu.

Die Ausbildungsvergütungen für bestehende und neue abzuschließende Verträge betragen ab 01.08.2021:
1. Ausbildungsjahr 750 €
2. Ausbildungsjahr 800 €
3. Ausbildungsjahr 900 €