Propylaxetipps für Erwachsene

Die zahnmedizinische Prophylaxe

(gr.: „die Vorbeugung“), auch vorbeugende Zahnheilkunde oder zahnmedizinische Prävention genannt, beschäftigt sich mit vorbeugenden Maßnahmen, die die Entstehung von Krankheiten an Zähnen und am Zahnhalteapparat verhindern sollen. Karieserkrankungen der Zähne und Erkrankungen des Zahnhalteapparates haben eine gemeinsame Ursache in Bakterien und deren Stoffwechselprodukten, die sich in der Plaque ansammeln.

Die primäre Karies- und Parodontalprophylaxe soll eine möglichst plaque- und zahnsteinfreie Mundhöhle schaffen. Auch der langzeitige Erfolg bereits bestehender zahnmedizinischer Restaurationen hängt von einer guten Mundhygiene ab. Dieses Ziel kann nur durch geeignete Mundhygienemaßnahmen erreicht werden.

Bei der Mundhygiene unterscheidet man zwischen Zahnpflege und Prothesenhygiene. Ziel der Mundhygiene ist die regelmäßige und gründliche Entfernung von Speiseresten und Plaque, um Karies, parodontalen Erkrankungen und Mundgeruch vorzubeugen. Durch Mundspülungen, Sprays und Mundduschen allein können Zähne und Prothesenoberflächen nicht ausreichend gesäubert werden, allenfalls größere Speisereste lassen sich dadurch herausspülen. Am wichtigsten ist das regelmäßige Zähneputzen. Zahnärzte empfehlen drei Mal täglich Zähneputzen nach den Mahlzeiten mit fluoridierter Zahnpasta. Nach dem Genuss säurehaltiger Nahrungsmittel, wie Obst oder zitronensäurehaltiger Getränke, sollte man den Mund zunächst nur mit Wasser ausspülen und erst nach 20 Minuten mit dem Zähneputzen beginnen. Die Zahnzwischenräume sollten mit Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten täglich gereinigt werden.

Wie man richtig putzt, zeigt dieses Video von proDente: Zahnpflege zu Hause

Professionelle Zahnreinigung (PZR) – Für wen ist sie sinnvoll?

Professionelle Zahnreinigung

Prinzipiell für jeden Patienten, sogar für den, der eine sehr gute häusliche Zahnpflege betreibt. Für diejenigen, die ein gesundes Gebiss haben und eine gute Zahn- und Mundpflege vorweisen können, dürften zwei PZR pro Jahr ausreichend sein. Für Patienten mit Erkrankungen des Zahnfleisches und hohem Kariesrisiko ist eine häufigere Wiederholung sinnvoll.

Dringend zu empfehlen ist das beispielsweise Kindern, die eine festsitzende kieferorthopädische Apparatur tragen, und Pflegebedürftigen oder älteren Patienten, deren Geschicklichkeit nachlässt.

Unser vollständiger Flyer zum Thema „Professionelle Zahnreinigung“ steht Ihnen zum Herunterladen zur Verfügung.

Auch in der Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde finden Sie weitere Hinweise und Ergänzungen dazu.

Patienteninformation Professionelle Zahnreinigung

Zahnpflege während der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung des Körpers während der Schwangerschaft ist auch die Mundschleimhaut empfindlicher, und es kann leichter zu Zahnfleischentzündungen kommen. Sie bedürfen der Behandlung, um nicht eine Parodontitis entstehen zu lassen, die in schweren Fällen Frühgeburten und Untergewicht der Neugeborenen begünstigen kann. Gehen Sie deshalb im vierten und im achten Schwangerschaftsmonat zum Zahnarzt zur Kontrolluntersuchung!

Schwangerschaftserbrechen schädigt den Zahnschmelz und kann Erosionen (flächige Schäden im Zahnschmelz) hervorrufen. Benutzen Sie fluoridhaltige Mundspüllösungen, möglichst ohne Alkohol!

Vorsorgetermine  Schwangerschaft

Zahnpflegetipps in der Schwangerschaft

Parodontitis – die Volkskrankheit

Über die Hälfte aller Erwachsenen leidet an Parodontitis, einer entzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt führt die Erkrankung am Ende nicht nur zu Zahnausfall – sie wirkt sich ebenso ungünstig auf allgemeine Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, aus. Häufig schreitet die Parodontitis unbemerkt fort, doch es gibt Warnsignale, auf die man achten sollte.

Zahnfleischbluten – ein Signal

Wenn das Zahnfleisch beim Zähneputzen leicht blutet, liegt bereits eine Zahnfleischentzündung, eine Gingivitis, vor. Sie kann lokal, also nur an bestimmten Stellen im Gebiss, oder auch überall auftreten. Das Zahnfleisch ist weiterhin gerötet und geschwollen. Ursache dieser Entzündung ist ein Bakterienfilm am Zahnfleischrand. Dieser Belag, Fachleute sprechen von Plaque oder Biofilm, bildet sich bereits innerhalb von wenigen Stunden nach dem Zähneputzen immer wieder neu. Bleibt erneutes Zähneputzen aus, ist der Belag bereits nach wenigen Tagen so dick, dass er mit bloßem Auge zu erkennen ist.

Lesen Sie mehr dazu auf proDente: Parodontitis – die schleichende Gefahr

Flyer Parodontalbehandlung der Bundeszahnärztekammer

Altern mit Biss

Die Zahngesundheit hat einen wesentlichen Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand, unter anderem weil eine ausgewogene und ausreichende Ernährung eine Voraussetzung dafür ist, dass Unterernährung und Mangel an Vitaminen und Mineralien vermieden werden und diese ist nur mit einem funktionsfähigen Gebisszustand möglich.

Und wer ein desolates Gebiss hat, kann nicht oder nur eingeschränkt mit anderen kommunizieren. Aber jeder Mensch, gleich welchen Alters, braucht für sein psychisches Gleichgewicht den Austausch mit anderen Menschen. Fehlt dieser, werden Vereinsamung und Depression gefördert. Wer depressiv und antriebslos ist, wird anfälliger gegenüber Erkrankungen. Tipps, wie sie Ihre Zähne auch im Alter gesund erhalten können und welche Risikofaktoren für ältere Patienten eine besondere Rolle spielen, zeigen wir Ihnen auf dieser Seite.

Zahnpflege – aber richtig

Hier finden Sie alle Information zur Zahnpflege und zu wichtigen Hilfmitteln, die Sie nutzen können.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Entstehung von Karies Teil 1
Vorbeugende Maßnahmen gegen die Entstehung von Karies Teil 2
Vorbeugende Maßnahmen gegen die Entstehung von Karies Teil 3

Zahnmedizinische Prophylaxe bei Senioren

Hier finden Sie Ideen und Anregungen, wie Sie Ihre Zahn- und Mundgesundheit auch im Alter erhalten können.

Prophylaxe für Senioren

Zahngesunde Ernährung im Alter

Trinken, trinken, trinken

Speichel hat eine wichtige Funktion, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Er unterstützt die Selbstreinigung der Zähne. Neben seiner antibakteriellen Wirkung neutralisiert er zahnschädigende Säuren und hilft Mineralverluste im Zahnschmelz auszugleichen. Damit besitzt er eine Reparaturfunktion. Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstempfinden ab. Mundtrockenheit als Begleiterscheinung von bestimmten Krankheiten wie Morbus Parkinson, Herz-Kreislauf Erkrankungen oder Diabetes kann diesen Effekt verstärken. Oft verursachen auch Medikamente Mundtrockenheit als Nebenwirkung. Um dies zu verhindern, legt man am besten eine Tages-Trinkmenge von zwei Litern fest. Außerdem hilft es, regelmäßig Obst und Gemüsesorten mit hohem Wasseranteil zu essen.

Zucker meiden

Natürlich ist Zucker auch in jungen Jahren problematisch für die Zahngesundheit. Auf Grund der verminderten Speichelproduktion und einem Rückgang des Zahnfleisches sind die Zahnhälse aber besonders im Alter dem Angriff der Karies bildenden Bakterien ausgesetzt. Anders als die Zahnkronen besitzen die Zahnhälse keinen schützenden Zahnschmelz. Karies kann sich daher schneller ausbreiten und die Zähne schädigen. Es ist ratsam, die Häufigkeit der Zuckerzufuhr zu verringern: Lieber ein Stück Torte zum Kaffee genießen, als über einen längeren Zeitraum eine Tafel Schokolade zu verspeisen.

Kauen stärkt die Zähne

Mundgesundheitsprobleme wie Zahnverlust oder schlecht sitzender Zahnersatz führen dazu, dass ältere Menschen vermehrt zu weichen Speisen greifen. Kauen und Beißen ist aber wichtig, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Nahrungsmittel wie Weißbrot, zu weich gekochtes Gemüse oder Kompott bieten für Zahn schädigende Bakterien eine ausgezeichnete Nahrungsgrundlage. Bei Kauproblemen sollte daher der erste Weg zum Zahnarzt führen. Hier können die Ursachen abgeklärt und in vielen Fällen beseitigt oder verbessert werden. Es empfiehlt sich zudem,
die Kauleistung durch das Kauen von rohem Gemüse oder Vollkornbrot zu „trainieren“.

Haben Sie Fragen? Die Zahnärztekammer berät Sie gern.