News der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt

Erfahrungsaustausch mit den Vorsitzenden der Kreisstellen

Erfahrungsaustausch mit den Vorsitzenden der Kreisstellen

Beim Treffen der Kreisstellenvorsitzenden der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt am 30. März 2019 im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration berichtete der Vorstand über Errungenschaften, Projekte und Tätigkeiten des vergangenen Jahres. Zudem diskutierten die Kreisstellenvorsitzenden mit dem Kammervorstand um Dr. Carsten Hünecke außerdem um Themen wie Famulaturen, TI oder den zahnärztlichen Notdienst. Ein ausführlicher Bericht ist in der kommenden Ausgabe der nächsten Zahnärztlichen Nachrichten nachzulesen.

Treffen der Kreisstellenvorsitzenden der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt
Treffen der Kreisstellenvorsitzenden der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt

Meldung der Zahnärztekammer zu Strahlenschutzkursen

Meldung der Zahnärztekammer zu Strahlenschutzkursen

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt hat der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt am 29.03.2019 Folgendes mitgeteilt: Die Kulturakademie Dresden hat u. a. für die nachfolgend genannten Kurse nach der Fachkunderichtlinie Medizin oder Zahnmedizin bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen derzeit keine Anerkennung durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erhalten.

Anlage 6:
Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz
Anlage 11:
Kurs zur Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz

Bei der Planung Ihrer Strahlenschutzfortbildung bitten wir dies zu berücksichtigen.

Zahnärztekammer spendet 4000 Euro an das Dentalhistorische Museum in Zschadraß

Zahnärztekammer spendet 4000 Euro an das Dentalhistorische Museum in Zschadraß

Mit einem Hilfeaufruf wandte sich das Dentalhistorische Museum Zschadraß Ende des vergangenen Jahres an die Zahnärzteschaft Deutschlands. Die Heimstätte der rund 500.000 Ausstellungsstücke aus allen geschichtlichen Epochen der Dentalmedizin ist in Gefahr: Das Dach ist marode, die Kosten für den Betrieb des weltweit einmaligen Museums können nicht gedeckt werden. Über die enorme Hilfsbereitschaft, die daraufhin ausgelöst wurde, war selbst Andreas Haesler verblüfft. Auch die Zahnärzte Sachsen-Anhalts wurden hellhörig und der Vorstand der Zahnärztekammer beschloss: Der Erlös der Tombola, die jährlich zum Zahnärzteball veranstaltet wird, kommt dem Museum zu Gute. Die Resonanz war beeindruckend: Gestern übergab Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke den symbolischen Scheck in Höhe von 4.000 Euro an Andreas Haesler vom Dentalhistorischen Museum Zschadraß. “Erstmals”, so der Vorsitzende des Fördervereins, “konnten wir die Betriebskosten decken”.

Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke übergibt den Erlös der Tombola des Zahnärzteballes in Höhe von 4000 Euro an Andreas Haesler vom Dentalhistorischen Museum Zschadraß.

Medizinische Fakultät und Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt unterzeichnen Kooperationsvertrag für Famulaturen

Medizinische Fakultät und Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt unterzeichnen Kooperationsvertrag für Famulaturen

Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt haben am Mittwoch, 27. Februar 2019, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die Zahnmedizin-Studierenden eine Famulatur in zahnärztlichen Praxen in Sachsen-Anhalt ermöglicht. Die MLU zählt damit zu drei Universitäten in Deutschland, die ein solches Angebot unterbreiten. Famulaturen sind in der bisher gültigen Approbationsordnung für Zahnmediziner nicht vorgesehen.

Kooperationsvertrag

Rund 40 Zahnarztpraxen im gesamten Land Sachsen-Anhalt haben sich aktuell bereiterklärt, die zweiwöchigen Famulaturen zu unterstützen. Diese können Studierende nach dem achten und zwischen dem neunten und dem zehnten Semester erstmals nach dem Sommersemester 2019 in der vorlesungsfreien Zeit absolvieren. Können deshalb, weil die Famulatur eine freiwillige Sache ist.

„Wir folgen damit einem internationalen Trend, die zahnmedizinische Ausbildung in enger Verzahnung von Wissenschaft und Praxis aufzubauen “, so Prof. Dr. Hans-Günter Schaller, Direktor des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Halle (Saale). Die Praxen tragen dazu bei, dass die Studierenden erste Einblicke in den Praxisalltag erhalten. „Dazu gehören berufsspezifische Schwerpunkten wie zahnmedizinische Diagnostik und Therapieentscheidung, Abläufe parodontaler, konservierender, prothetischer und oralchirurgischer Maßnahmen.“ Prophylaxe und Nachsorge, auch Hygiene- und Patientenmanagement sowie die Praxisabläufe sind ebenfalls Teil des Famulatur-Programms. „Ein Vorteil ist ebenso, dass die Studierenden Einblicke in betriebswirtschaftliche und organisatorische Aspekte wie Mitarbeiterführung oder Abrechnungsmodalitäten erhalten, die im Studium weniger behandelt werden“, sagt Schaller.

„Ich freue mich über die positive Resonanz bei den Zahnärzten, mit denen nun Gespräche geführt und Verträge geschlossen werden, um die Kriterien der Medizinischen Fakultät zu erfüllen, die an die Famulatur geknüpft sind“, sagt Dr. Carsten Hünecke, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Die Zahnärztekammer habe sich in diesem Zusammenhang darum gekümmert, dass die Studierenden während der Famulatur haftpflichtversichert seien, so Hünecke weiter.

Für die Praxen im Land sehe er große Vorteile, trotz des zusätzlichen Aufwands, den die Famulatur-Betreuung mit sich bringe. „Angesichts der demografischen Entwicklung brauchen viele Kolleginnen und Kollegen in absehbarer Zukunft Praxisnachfolger oder Assistenten. Die Studierenden können auf diese Weise Sachsen-Anhalt als einen möglichen Standort für ihre berufliche Zukunft besser kennenlernen“, so Hünecke. Des Weiteren sei es etwas Besonderes und sozusagen ein „Qualitätssiegel“, zu den Kooperationspraxen der Universitätsmedizin Halle (Saale) und der MLU zu gehören.

Hünecke und Schaller sind sich zudem einig, dass mit der Vereinbarung der vielzitierten Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis Rechnung getragen und diese mit Inhalt gefüllt werde.

„Wir haben seit vielen Jahren eine Vielzahl von Akademischen Lehrkrankenhäusern in der Region verpflichtet, die uns in der praktischen Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten zur Seite stehen. Es ist sehr erfreulich und ein positives Signal, dass das Ausbildungsangebot und die Unterstützung für unsere Zahnmedizinstudierenden nun ebenfalls breitgefächerter werden“, sagt der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle. Natürlich bleibe es auch weiterhin ein wichtiges Ziel, wissenschaftlich arbeitende Zahnmedizinerinnen und -mediziner an der Universitätsmedizin Halle (Saale) zu halten, doch ebenso wichtig sei es, den Absolventinnen und Absolventen auch den Berufsalltag in einer niedergelassenen Praxis aufzuzeigen.

Hinzu komme, dass nun sowohl die Niedergelassenen und die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt als auch die Universitätsmedizin Halle (Saale) Erfahrungen im Zusammenhang mit Famulaturen für Zahnmedizin-Studierende sammeln und diese dann einfließen lassen können, wenn eine Famulatur als Pflichtbestandteil in die Approbationsordnung aufgenommen werden sollte. Das sei im Zuge der Überarbeitung der Ordnung nach aktuellem Stand sehr wahrscheinlich, so Schaller, Gekle und Hünecke.

Foto: Fotostelle, Universitätsmedizin Halle (Saale) – vlnr. Prof. Dr. Hans-Günter Schaller, Prof. Dr. Michael Gekle, Dr. Carsten Hünecke

Zahngesundheitswoche 2019 – Sachsen-Anhalt hat Biss!

Zahngesundheitswoche 2019 – Sachsen-Anhalt hat Biss!

Plakat Zahngesundheitswoche

Sachsen-Anhalt hat Biss – Jeder Zahn zählt“ – unter diesem Motto wollen Zahnärzte zwischen Arendsee und Zeitz in der diesjährigen Zahngesundheitswoche vom 8. bis 12. April 2019 erneut ihre Patienten motivieren, die eigenen Zähne ein Leben lang gesund und schön zu erhalten. Im Rahmen dieser Aktion sind Patienten ab 50+ aufgerufen, sich an einem landesweiten Wettbewerb zu beteiligen (Einsendeschluss: 30. Mai 2019). Dafür braucht der Hauszahnarzt nur die Zahl der erhaltenen eigenen Zähne zu bestätigen.

Hintergrund

Über die Zahnarztpraxen und die Medien möchten wir den Sachsen-Anhaltern vermitteln, wie wichtig der möglichst lange Erhalt der eigenen Zähne für das eigene Wohlbefinden und Gesundheit ist und welche modernen Möglichkeiten die Zahnärzte in diesem Bereich haben.

Wir bitten alle Zahnärztinnen und Zahnärzte daher wieder, diese sehr öffentlichkeitswirksame Aktion nach Kräften zu unterstützen!

Um attraktive Preise BEWERBEN können sich alle Patienten der Altersgruppe 50+ mit der Zahl ihrer erhaltenen eigenen Zähne. Gewertet wird in drei Altersklassen:

Drei Altersgruppen:

  • 50 bis 65
  • 65 bis 75 und
  • 75 oder älter.

VORAUSSETZUNG ist natürlich die Bestätigung des Zahnstatus durch den behandelnden Zahnarzt; viele Teilnehmer verbinden das mit der turnusmäßigen Vorsorgeuntersuchung.

DIESER WETTBEWERB, der die Bedeutung gesunder Zähne betonen und den Stolz auf möglichst viele eigene Zähne wecken soll, wird wieder anlässlich der Zahngesundheitswoche gestartet.

WER MITMACHT, kann auch etwas gewinnen: Unter den Bewerbern werden elektrische Zahnbürsten, Gutscheine für professionelle Zahnreinigungen und Prophylaxe-Pakete verlost. Jeder Bewerber erhält eine kleine Urkunde und bekommt den aktuellen ZahnRat zugeschickt.

IN DEN ZN finden Sie Karten, mit denen sich Ihre Patienten bei „Sachsen-Anhalt hat Biss – jeder Zahn zählt“ bewerben können (auch als Kopiervorlage nutzbar). Die Karten stehen darüber hinaus als Download zur Verfügung.

 

Auf den Karten bestätigen Sie als Zahnärztin/Zahnarzt die Zahl der noch verbliebenen eigenen Zähne (auch überkronte Zähne etc.).

Zu beachten ist, dass nicht nur der Zahnarzt, sondern auch die Bewerber die Teilnahmekarte unterschreiben müssen!
EINSENDESCHLUSS für die Teilnahme ist der 30. Mai 2019. In einer Reihe von Praxen sind in den zurückliegenden Jahren die Teilnehmerkarten gesammelt und dann gemeinsam an die zn-Redaktion (Zahnärztlichen Nachrichten Sachsen-Anhalt, Große Diesdorfer Str. 162, 39110 Magdeburg) geschickt worden; das ist ein zusätzlicher Service, den Sie Ihren Patienten bieten können.

Hier finden Sie die Bewerberkarten:

Bewerberkarten zum Download

Gemeinsamer Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der KZV und der ZÄK

26. Zahnärztetag und Ball der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt

26. Zahnärztetag und Ball der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt

Der mittlerweile 26. ZahnÄrztetag Sachsen-Anhalt lockte am 26. Januar rund 150 Zahnärztinnen und Zahnärzte aus dem ganzen Land in den Magdeburger Herrenkrug. Der wissenschaftliche Fokus der Gemeinschaftsveranstaltung der Zahnärztekammer und der Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der MLU Halle-Wittenberg richtete sich auf das Thema „Implantologie“.

Prof. Dr. Dr. Klaus Louis Gerlach (Magdeburg) konnte als bewährter und engagierter wissenschaftlicher Leiter des Zahnärztetages die beiden Universitätsprofessoren Dr. Dr. Bilal Al-Nawas (Mainz) und Dr. Peter Eickholz (Frankfurt am Main) gewinnen. In seiner sehr aufschlussreichen Festrede erläuterte Prof. Emrah Düzel (Magdeburg) die Zusammenhänge zwischen der Alzheimer-Krankheit und dem Einfluss einer gesunden Lebensweise auf den Verlauf. Sport und ein moderater Lebensstil spielen eine große Rolle, den Krankheitsverlauf hinauszuzögern

Der 26. Zahnärztetag der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt fand traditionell im Dorint Herrenkrug Parkhotel statt

In seinem standespolitischen Statement erinnerte Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke daran, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) aktuell seine Hürden im Bundestag nimmt und seit über einem Jahr ein wesentliches Thema der Standespolitik ist. Die Zahnärzte sorgen sich insbesondere um die von privaten Investoren geführten Medizinischen Versorgungszentren. Hierzu richtete der Kammerpräsident seinen Appell an die Kollegen: „Informieren Sie Ihre Bundestagsabgeordneten darüber, mobilisieren Sie deren Kräfte, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Zeigen Sie, dass die Basis der Zahnärzteschaft hinter ihren standespolitischen Vertretern steht.“

Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke
Prof. Dr. Emrah Düzel

Um junge Zahnärzte von Sachsen-Anhalt zu überzeugen, haben die MLU Halle-Wittenberg und die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt neue Weichen gestellt. Durch die Einführung von Famulaturen sollen Zahnmedizinstudenten die Möglichkeit erhalten, schon während ihrer Ausbildung in die Praxen zu gehen. Dafür werden noch immer aufgeschlossene Paten gesucht.

Mehr als 250 Gäste feierten abends beim traditionellen Zahnärzteball – übrigens deutschlandweit der letzte seiner Art – und sammelten Spenden zugunsten des Dentalhistorischen Museums in Zschadraß. Mit einem beachtlichen Erfolg: 3960 Euro wanderten in den Topf der Tombola und kommen nun dem Museum zugute.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas sprach über Neues aus der Implantologie
Der wissenschaftliche Leiter des Zahnärztetages Prof. Dr. Dr. Klaus Louis Gerlach
Univ.-Prof. Dr. Peter Eickholz referierte über periimplantäre Infektionen

Erwin-Reichenbach-Förderpreis 2018 geht nach Göttingen

Erwin-Reichenbach-Förderpreis 2018 geht nach Göttingen

Dr. Dr. Philipp Kanzow erhält den Erwin-Reichenbach-Förderpreis der ZÄK aus den Händen von Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke (r.).

Dr. Dr. Philipp Kanzow aus Göttingen ist Träger des Erwin-Reichenbach-Förderpreises 2018 der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke überreichte ihm den mit 2.500 Euro dotierten Preis, der neue und praxisnahe Erkenntnisse in der Zahnmedizin würdigt, am 26. Januar 2019 im Rahmen des 26. ZahnÄrztetages Sachsen-Anhalt.

Die prämierte Arbeit trägt den Titel „Vergleich der Reparierbarkeit von Komposit und Amalgam in Abhängigkeit von verschiedenen Oberflächenvorbehandlungen“. Dr. Dr. Kanzow und sein Autorenteam von der Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universitätsmedizin Göttingen haben die Reparierbarkeit von Komposit und Amalgam in Abhängigkeit von verschiedenen mechanischen und chemischen Oberflächenvorbehandlungen untersucht und verglichen. Mit dem Ergebnis, dass insuffiziente Amalgamfüllungen potenziell für Reparaturen mit Komposit geeignet sind, allerdings mit geringeren Haftwerten als auf Komposit. Der Hintergrund der Studie ist, dass Amalgam bei der Anfertigung neuer Restaurationen immer seltener zur Anwendung kommt. Viele Patienten jedoch über bereits bestehende Amalgamfüllungen verfügen. Dementsprechend bedarf es Techniken, die geeignet sind, nur mangelhafte Amalgamfüllungen ebenso zu reparieren.

BU: Dr. Carsten Hünecke, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt, überreicht Dr. Dr. Philipp Kanzow (l.), den Erwin-Reichenbach-Förderpreis.

Zahnärzte fordern mehr Konsequenz bei der Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken

Zahnärzte fordern mehr Konsequenz bei der Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken

Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke und KZV-Vorstandsvorsitzender Dr. Jochen Schmidt (l.), während der Pressekonferenz anlässlich des Neujahrsempfanges der Heilberufler.

„Der direkte Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und steigendem Kariesrisiko ist erwiesen und übermäßiger Zucker in Lebensmitteln, besonders in Softdrinks ist ungesund und befördert die größte Infektionskrankheit der Welt – Karies“, warnte Dr. Carsten Hünecke, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt, bei einem Pressegespräch am Rande des traditionellen Neujahrsempfangs der Heilberufler am 9. Januar 2019 in Magdeburg. Die Karies ist in Sachsen-Anhalt besonders im Kleinkindalter leider ein ernstzunehmendes Thema. Bei den unter Dreijährigen hat etwa jedes zehnte Kind Karies an den Milchzähnen. „Das Problem ist, dass cirka 20 Prozent der betroffenen Kinder 80 Prozent der Schäden tragen“, sagte Dr. Hünecke.

Deshalb begrüßt der Kammerpräsident die von der Bundesregierung Ende Dezember beschlossene „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln“. Darin verpflichtet sich die Ernährungsindustrie u. a. den Gehalt von Zucker in Frühstückscerealien für Kinder um mindestens 20 Prozent zu senken. Erfrischungsgetränke und Kinderjoghurts sollen bis 2025 mindestens 15 Prozent beziehungsweise 10 Prozent weniger Zucker enthalten. Die Richtung stimme, erklärte Dr. Hünecke, aus Sicht der Zahnärzte ist der Beschluss aber nicht konsequent genug. „Der Zeitraum der Umsetzung ist zu weit gefasst, außerdem begründet sich der Beschluss auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie“, kritisierte er. Stattdessen fordert die Zahnärzteschaft:

Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke und KZV-Vorstandsvorsitzender Dr. Jochen Schmidt, auf dem Neujahrsempfang der Heilberufler.
  • Lebensmittel für Kleinkinder sollten deutlich zuckerreduziert und mit einer klaren Kennzeichnung speziell für Zucker versehen sein.
  • Zuckerhaltige Lebensmittel für Kleinkinder sollten Beschränkungen bei der Lebensmittelwerbung unterliegen.
  • Standards für gesunde Schul- und KiTa-Verpflegung sind notwendig und müssen verbindlich umgesetzt werden.
  • Auf stark zuckerhaltige Softdrinks sollte der Gesetzgeber Sonderabgaben vorsehen.

Neben 38 Staaten auf der Welt hat es Großbritannien 2018 vorgemacht. Dort wurde die Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Mehrere große Getränkehersteller haben daraufhin den Zuckergehalt ihrer Limonaden drastisch verringert. „Wir Zahnärzte können mit unseren präventiven Maßnahmen die Zahngesundheit der Menschen unterstützen“, mahnte der Kammerpräsident: „Wir benötigen dafür aber auch die Unterstützung der politischen Entscheidungsträger im Bund und Land.“

So ist die Festschreibung von Standards bei der KiTa-Verpflegung im gerade novellierten Kinderförderungsgesetz Sachsen-Anhalts zu begrüßen, die unberücksichtigte Forderung der Zahnärzte nach der Festschreibung des Zähneputzens in KiTas sei aber nicht nachvollziehbar. Dabei gäbe es Paradebeispiele für fruchtbare Entscheidungen. So wurde zum Beispiel das Zähneputzen in Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern zum 1.1.2019 im Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) verankert. „Deshalb müsse die Landesregierung in Sachsen-Anhalt dringend das Kinderförderungsgesetz in diesem Punkt nachbessern“, formulierte Dr. Hünecke seinen Wunsch für 2019.

Neujahrsempfang der Heilberufler am 9. Januar 2019

Neujahrsempfang der Heilberufler am 9. Januar 2019

Das neue Jahr hat begonnen und der erste wichtige Termin steht kurz bevor. Die Heilberufler des Landes treffen sich traditionell zum Jahresempfang am 9. Januar 2019, ab 13 Uhr, im Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbarth-Ring 2. Mit dabei sind neben Vertretern der Zahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, auch Vertreter der Apothekerkammer, des Landesapothekerverbandes, der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Tierärztekammer und der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer.

Medizin trifft Zahnmedizin am 23. Januar 2019

Medizin trifft Zahnmedizin am 23. Januar 2019

Die Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung und die Zahnärztekammer laden am Mittwoch, 23. Januar 2019, von 16 bis 19 Uhr, zu einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung ein. Veranstaltungsort ist das Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2, 39120 Magdeburg.

Das Thema: Gerinnungshemmende Medikamente Diagnostischer Eingriff – was ist zu tun?

Auf dem Programm stehen zwei Vorträge zum Thema „Zahnmedizin und Medizin – was sind wichtige Gesichtspunkte bei der gemeinsamen Behandlung?“ sowie „Perioperatives Management bei Antikoagulation“. Mehr Informationen und die Modalitäten zur Anmeldung finden Sie in der Dezember-Ausgabe der Zahnärztlichen Nachrichten.