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12.07.2018

Aktuelle Informationen zur DSGVO und Checkliste

 

Frage des Monats

Die Vertreter der Landesdatenschutzbehörde, Herr Dr. Glage und Herr Nock, konnten während eines Gesprächstermins mit der Geschäftsführerin der Zahnärztekammer, Frau Glaser, in einigen Fragen für klare Aussagen und mehr Sicherheit beim Thema Datenschutz sorgen. So stellten sie heraus, dass eine Auftragsdatenverarbeitung zwischen Labor und Zahnarzt nicht vorliegt und kein entsprechender Vertrag geschlossen werden muss. Der Zahnarzt muss aber seine Patienten in der ausliegenden Datenschutzerklärung informieren, mit welchem Labor er zusammen arbeitet und welche Daten des Patienten dorthin gehen. Wenn dann der Patient im Laufe der Behandlung darüber informiert wird, dass nun ein Auftrag an das Labor ausgelöst wird und er signalisiert Zustimmung, dann reicht ein kleiner Vermerk in der Akte des Patienten. Eine schriftliche Einwilligung des Patienten ist definitiv nicht gefordert.

 

Genauso liegt der Fall, wenn der Gesetzgeber den Zahnarzt schon dazu verpflichtet hat, Daten zu erheben und zu speichern, z. B. in der Patientenkartei  bzw. Daten auch weiterzuleiten, so auch an die Zahnärztliche Stelle Röntgen oder an die KZV Sachsen-Anhalt zu Abrechnungszwecken. Diesen Vorgängen muss der Patient nicht zustimmen. Anders liegt es da mit der Einwilligung zum Recall oder der Weitergabe der Röntgenbilder an einen anderen Behandler.

Besondere Aufmerksamkeit sollen die Praxen der Diskretion und dem Datenschutz im Empfangsbereich widmen, denn die Behörde ist gezwungen, jeder Beschwerde nachzugehen und sieht hier die wohl größte Schwachstelle beim Thema Datenschutz in Praxen. Achten Sie darauf, dass Daten anderer Patienten nicht frei ausliegen und einsehbar sind! Versuchen Sie, Gespräche mit Patienten, egal ob am Telefon oder persönlich, ohne ungewollte Zuhörer zu führen! Aufgerufen werden dürfen Patienten aber nach wie vor mit ihrem Nachnamen.

Obwohl der Patient natürlich das Recht auf Löschung seiner Daten laut DSGVO hat, stehen die gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen über diesem Recht. Erst wenn diese Fristen abgelaufen sind, können Patientendaten gelöscht werden. Wer die Patientenakte länger als 10 Jahre aufbewahren möchte, kann dies im Einzelfall machen, wenn er eine kurze Begründung für die Notwendigkeit geben kann und diese in der Akte notiert.

Zahnärzte, die an der GOZ-Analyse der BZÄK teilnehmen, können dies auch weiterhin ohne Bedenken tun. Es werden nur anonymisierte Daten gespeichert und verarbeitet, so dass kein Rückschluss auf die Patienten möglich ist.

 

Die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beschäftigt die Praxen sicher über den 25. Mai, der als Stichtag zur Umsetzung gilt, hinaus. Die Zahnärztekammer stellt Ihren Mitgliedern im Portal www.zqms.de alle benötigten Vorlagen, Informationen und Muster bereit. Die hier veröffentlichte Checkliste soll Ihnen einen ersten Überblick geben, was tatsächlich für Ihre Praxis notwendig ist, und unter welchem Schlagwort Sie die entsprechenden Dokumente im ZQMS finden Checkliste Datenschutz

 

Die Registrierung und Nutzung des QM-Portals ZQMS ist für alle Praxen in Sachsen-Anhalt kostenfrei. Das Portal nutzen zahlreiche Kammern und auch die Zahnärzte der Bundeswehr. Es erfüllt immer die aktuellsten gesetzlichen Forderungen und gilt als sehr anwenderfreundlich.  www.zqms.de

 

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