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25.11.2017

Einstimmiges Votum für neue Approbationsordnung

 

Kammerversammlung 2017Die Delegierten der Kammerversammlung der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt haben die neue Bundesregierung und die Landesregierung Sachsen-Anhalts bei ihrer Sitzung am 25. November 2017 aufgefordert, umgehend den Novellierungsprozess der neuen Approbationsordnung abzuschließen und im Bundesrat zu verabschieden. Einstimmig votierten die gewählten Vertreter der Zahnärzte Sachsen-Anhalts auch vor dem Hintergrund der gescheiterten Sondierungsgespräche nach den Bundestagswahlen dafür, die seit Jahrzehnten überfällige Anpassung der Lehre im Fach Zahnmedizin so schnell wie möglich vorzunehmen. Zuletzt war die für Anfang November vorgesehene Abstimmung erneut vertagt worden. 

 

Außerdem seien in den Länderhaushalten die finanziellen Mittel zur Umsetzung der neuen Approbationsordnung bereitzustellen. Auf keinen Fall dürften die Mehrkosten durch eine Senkung der Studierendenzahlen ausgeglichen werden, betonte Sachsen-Anhalts Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke. Sachsen-Anhalts Delegierte plädierten außerdem dafür, in der Approbationsordnung bundesweit einheitliche Regelungen zu Durchführung und Inhalt von Eignungs- und Kenntnisprüfungen sowie zu Erteilung und Verlängerung der Berufserlaubnis zu verankern, um "Prüfungstourismus" vorzubeugen.

In einem weiteren Antrag forderten die Delegierten der Kammerversammlung die neue Bundesregierung mit großer Mehrheit auf, die mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ermöglichte Gründung arztgruppengleicher Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zurückzunehmen. Aus Sicht der Kammerversammlung leisten zahnärztliche MVZ keinen erkennbaren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen. Sie entfalteten im Gegenteil in Ballungsräumen eine Sogwirkung auf junge und niederlassungswillige Zahnärzte und leisteten so der Unterversorgung Vorschub. Weitere Themen auf der Kammerversammlung waren eine neue Weiterbildungsordnung für Oralchirurgen und Kieferorthopäden, ein auf Bundesebene verabschiedetes gemeinsames Konzept des Berufsstandes zur Bekämpfung der "stillen" Volkskrankheit Parodontitis sowie die Sicherstellung des Nachwuchses sowohl in der Zahnärzteschaft als auch bei Praxismitarbeitern.

 

Die Kammerversammlung ist das höchste Gremium der Zahnärztekammer. Sie hat in ihrer derzeit siebten Legislaturperiode 48 Mitglieder, die die Interessen der Zahnärzte in Sachsen-Anhalt vertreten. Sie wurden in 14 Wahlkreisen des Landes gewählt (je 50 Kammermitglieder ein Delegierter) und arbeiten wie alle Gremien der Zahnärztekammer ehrenamtlich. Die Wahlperiode begann 2016 und endet 2021.

 

 

 

 

 

 

 

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