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19.07.2017

Kammerversammlung beschließt höhere ZFA-Vergütung

 

Ein Jahr geht schneKV17ll vorbei – das stellten auch die Delegierten der Kammerversammlung am 21. Juni 2017 fest. Zur selben Zeit vor einem Jahr hatte sich die Kammerversammlung neu konstituiert und einen neuen Vorstand um den Präsidenten Dr. Carsten Hünecke gewählt. Nun war die Sitzung, bei der urlaubsbedingt 41 von 48 Delegierten anwesend waren, von vielen Arbeitsthemen geprägt.

 

 

Viele Zahnärzte im Land bewegt zurzeit die bevorstehende Einführung der Telematikinfrastruktur. Der Termin steht noch: Ab 1. Juli 2018 muss das System in den Praxen laufen, sonst müsse die KZV pauschal ein Prozent des Honorars abziehen. Bereits jetzt sollten Zahnärzte den den elektronischen Heilberufeausweis beantragen, um sich zu legitimieren und die Hard- und Software zu beantragen. Dr. Hünecke mahnte, Ruhe zu bewahren – entscheidend sei, dass das Einlesen der Karten und damit die Abrechnung gesichert sei. Das Thema führte unter den Kammerdelegierten zu vielen Fragen und Diskussionen, z. B. über Datenschutz, Patientenrechte oder schlechte Internetanbindungen in manchen Regionen des Landes.


Dr. Jochen Schmidt, Kammerdelegierter und Vorstandsvorsitzender der für die Umsetzung verantwortlichen KZV, machte an dieser Stelle Ausführungen zur Materie: Jede Praxis bekomme zur Vorbereitung auf den Rollout einen USB-Stick oder eine DVD mit einem Erklär-Video zugeschickt, das zurzeit von der KZV Sachsen produziert werde. Das könne sich dann jeder so oft ansehen, wie er wolle. Da die Einführung der Telematik-Infrastruktur ein Jahr im Verzug sei, geht Dr. Schmidt von einer Verschiebung des Rollout-Termines aus.

 

Ein weiteres Thema, das den Kammervorstand beschäftigt und bereits in der Vergangenheit die Gemüter erregte, ist die Sicherstellung des Notdienstes. „Grundsätzlich ist jeder Zahnarzt zur Sicherstellung des Notdienstes verpflichtet, das steht schon in der Berufsordnung“, erklärte Dr. Hünecke. Wenn die Kreisstelle keinen Notdienst organisiere, sei jeder Zahnarzt selbst für seine Patienten zuständig und könne auch nachts rausgeklingelt werden, betonte der Kammerpräsident. Vertretungen bei Schließzeiten und Urlaub müssten benannt werden, auch an der Praxistür und auf dem Anrufbeantworter.

 

Seit kurzem bietet die Zahnärztekammer den Praxen einen hilfreichen Service an: Die Validierung der Aufbereitung von Medizinprodukten. Vizekammerpräsident Maik Pietsch erläuterte den Kammerdelegierten das neue Angebot. „Wir können uns von einer einheitlichen deutschlandweiten Begehungsgrundlage verabschieden“, so Maik Pietsch. Auch in Sachsen-Anhalt werde sich künftig die Begehungsfrequenz verstärken, warnte der Vizepräsident. Vor diesem Hintergrund sei das Angebot der Kammer sehr attraktiv.

 

Dr. Mario Dietze, Vorstandsreferent für das Praxispersonal, berichtete den Delegierten, dass viele Kollegen aktuell bezüglich der Azubi- und ZFA-Vergütung verunsichert seien. Mit einer neuen Ausbildungsvergütung wolle die Kammer deshalb Klarheit schaffen und junge Leute für das Berufsbild des oder der Zahnmedizinischen Fachangestellten begeistern. „Wir brauchen Azubis und Personal“, sagte Dr. Dietze mit Blick auf viele Kollegen, die es immer schwerer hätten, geeignete und motivierte Mitarbeiter zu finden.

 

Um den Beruf und die Ausbildung attraktiver zu machen, sollen die Ausbildungsvergütungen für bisher bestehende Verträge und neue Verträge ab dem 1. August 2017 wie folgt aussehen:


1. Ausbildungsjahr: 650 Euro
2. Ausbildungsjahr: 700 Euro
3. Ausbildungsjahr: 760 Euro


Die Kammerdelegierten stimmten dem Antrag des Vorstandes einstimmig zu. Das entspricht einem Anstieg von 100 Euro pro Monat im ersten und zweiten Ausbildungs- sowie 80  Euro im dritten Ausbildungsjahr.

 

 

 

 

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